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Freitag, 2. Oktober 2026

Verschlossene und offene Türen - Was macht die AfD bei Vorführungen zur geplanten Abwehrtechnik der Bundeswehr?

Es gibt Türen, die sind geschlossen, weil dahinter etwas geschützt werden soll. Und es gibt Türen, die sind geschlossen, weil eine Behörde entschieden hat, dass jemand nicht hindurchgehen darf. 

Der Bundestag ist ein Haus der Sicherheit. Wer dort arbeiten will, wird geprüft, durchleuchtet und notfalls ausgesperrt. Im Herbst 2025 traf es Jannis George, einen Mitarbeiter einer AfD-Abgeordneten. Sicherheitsbedenken, Hausausweis weg. Die Verwaltung hatte gehandelt, die Republik konnte durchatmen.

Sieben Monate später steht derselbe Mann auf dem Truppenübungsplatz Munster (Niedersachsen). Nicht öffentliche Veranstaltung, Systeme zum Anfassen, Film- und Fotografierverbot. Angemeldet hat ihn über den Verteidigungsausschuss Hannes Gnauck, ein AfD-Abgeordneter, den der MAD vor Jahren als Extremisten eingestuft hatte. Da muss man erst mal draufkommen: Die Tür, die man George vorne zugeschlagen hat, lässt man hinten einen Spalt offen, weil ein anderer mit ähnlichem Schicksal eingeladen ist. Sollen George oder beide Putin was flüstern?

Das Fotoverbot galt natürlich trotzdem. Es galt für alle, die sich daran hielten. Der Gast stellte laut SPIEGEL dennoch Bilder ins Netz, bei Instagram, wo sie hingehören, wenn man mit Panzern Reichweite machen will. Der MAD bemerkte es. Aufmerksamkeit ist eben auch eine Form der Aufsicht, wenn sie nur rechtzeitig kommt.

Der Abgeordnete und sein Gast haben sich zu dem Vorgang nicht geäußert. Auch das ist eine Haltung. In der Politik gilt Schweigen nicht als Antwort, in manchen Kreisen aber als Strategie.

Bleibt die Frage, wer das alles hätte merken sollen. Der Bundestag wusste, dass der Mann ein Sicherheitsrisiko ist. Die Bundeswehr wusste es offenbar nicht. Zwischen beiden liegt ein Datenabgleich, den es nicht gibt, und eine Behördenkultur, in der jeder seine Tür bewacht und niemand fragt, wer gerade durch die nächste geht. Man könnte das Föderalismus nennen, wenn es nicht schlicht Schlamperei wäre.

Immerhin: Wer in Deutschland an einem Tag aus dem Reichstag fliegt und an einem späteren sensiblen Termin auf dem Truppenübungsplatz landet, beweist eine bemerkenswerte Mobilität. Er will etwas ... Ob das immer so gut ist?

(Siehe SPIEGEL, AfD schleust rechtsextremen Aktivisten bei Bundeswehr-Manöver ein, am 1. Oktober 2026)