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Donnerstag, 29. Oktober 2026

Andere Sparmaßnahmen vor Wohngeldkürzung

Haushaltssanierung auf dem Rücken der Mieter: 

Warum der Wohngeldplan der Regierung blind ist


Die Bundesregierung plant für 2027 und 2028 drastische Kürzungen beim Wohngeld, um etwa 2,7 Milliarden Euro im Haushalt einzusparen. Der Plan ist so simpel wie problematisch: Die regelmäßige Anpassung an steigende Mieten und Preise soll ausgesetzt, die Heizkostenkomponente halbiert und die Berechnungsformel zugunsten des Staates geändert werden. Das Ergebnis? Bis zu 1,2 Millionen Menschen riskieren ihren finanziellen Spielraum; viele werden schlicht aus dem System fallen.

Dieser Ansatz ist kurzsichtig und wirtschaftlich fragwürdig. Es ist eine bloße Verschiebung von Kosten: Wer durch die Kürzungen unter die Existenzminimum-Grenze rutscht, wird nicht plötzlich finanziell unabhängig, sondern landet in der Grundsicherung oder beim Sozialamt. Die an einer Stelle „gesparten“ Milliarden könnten so direkt an anderer Stelle im Sozialhaushalt wieder auftauchen.

Ein intelligenterer Weg würde nicht bei den Leistungen, sondern bei den Strukturen ansetzen. Statt pauschaler Kürzungen müsste die Regierung die Verwaltung radikal modernisieren. Eine echte digitale Vernetzung der Behörden würde bürokratische Kosten senken und die Bearbeitung beschleunigen, ohne dass die Betroffenen weniger Geld in der Tasche haben. 

Zudem ist es paradox, die Anpassung an die Inflation auszusetzen, während die Mieten weiter steigen. Ein wirksames Konzept müsste den Fokus auf den Wohnungsmarkt legen: Echter sozialer Wohnungsbau und ein konsequenter Mieterschutz würden die Abhängigkeit vom Wohngeld langfristig senken, anstatt die Menschen durch starre Formeln in die Armutsfalle zu treiben. Die aktuelle Strategie ist keine Reform, sondern eine bloße Kassenoperation auf Kosten der Schwächsten.