Sonntag, 4. Januar 2026

D - URSACHEN - Schulische Misserfolge - Radikalisierung - Drogen - Straf- und Gewalttaten an deutschen Schulen

Ursachen der Gewalt an Schulen

Dauerhaft schlechte Zensuren
(KI)


Soziale Ursachen

  • Sozioökonomische Belastungen: Armut, prekäre Lebenssituationen, familiärer Stress – erhöhen Aggressionen im Alltag. 

  • Fragmentierte soziale Bindungen: Weniger stabile Bezugspersonen- und Erziehungsmodelle zu Hause; Schule muss mehr leisten als nur Wissensvermittlung, um zu kompensieren. 

  • Ungleichheiten und kulturelle Spannungen: Unterschiedliche soziale Hintergründe ohne ausreichende Integrations- und Unterstützungsstrukturen.

  • Experten deuten eine allgemeine „gesellschaftliche Verrohung“ an – weniger Empathie, mehr Konflikte werden physisch ausgetragen. DIE WELT

  • Erziehung durch prekäre und ähnliche Eltern wird in (sehr) hohem Maß durch Affinität zu rechtspopulistischen, radikalen und teils extremistischen Anschauungen beeinflusst. Sie stellen das gesamte Schul- und Gesellschaftssystem in Frage.

Individuelle Faktoren

  • Entwicklungsprobleme, Impulsivität, mangelnde Konfliktlösungsfähigkeiten.

  • Rolle sozialer Medien, in denen Gewalt glorifiziert oder aufgezeichnet wird.

Institutionelle Faktoren

  • Überforderung der Schulen (große Klassen, Heterogenität, zu wenig Fachkräfte).

  • Mangel an frühzeitiger Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Therapieangebote, Konfliktberatung.

  • Mangelnde Erreichbarkeit eines erheblichen Teils der Eltern mit demokratischen pädagogischen Zielen.


Zahlen wachsen – trotz Erfassungsgrenzen

Damit die Zahlen nicht vollends frustrieren, werden Einschränkungen in der Erfassung verwirklicht:
  • Die PKS misst nur polizeilich registrierte Straftaten, nicht alle Konflikte oder nicht angezeigte Übergriffe.
  • Seit 2019 gibt es Erfassungsänderungen: z. B. werden Schulweg und außerschulische Veranstaltungen bei „Tatörtlichkeit Schule“ nicht mehr eingerechnet – was die Vergleichbarkeit erschwert. DIE ZEIT

Andererseits wird auch mehr an den messbaren Stellen auf Erfassung geachtet:
  • Verbesserte Meldesysteme und verstärkte Sensibilisierung führen dazu, dass mehr Vorfälle erfasst werden als früher, auch wenn sie vorher stattfinden, aber nicht gemeldet wurden.
  • Schulverwaltungen, Polizei und Kultusministerien dokumentieren bewusst stärker, um Handlungsbedarfe sichtbar zu machen.

Der Anstieg ist real

  • Fachstellen, Lehrkräftebefragungen und Landesstatistiken zeigen, dass die Zunahmen auf tatsächliche  Steigerungen und Eskalationen zurückzuführen sind.
  • Zunahme von körperlichen Angriffen, Drohungen, Einschüchterung im Schulkontext.
  • Messer‑ oder Stichausrüstungen werden häufiger gesehen – nicht nur Einzelfälle. DIE ZEIT
  • Heterogene Klassen, Personalmangel, fehlende Schulsozialarbeit und unzureichende psychosoziale Unterstützung erschweren Konfliktprävention.
Regierungs- bzw. Verwaltungsträger weisen darauf hin, dass traditionelle Respekt‑ und Autoritätsnormen schwächer ausgeprägt sind als früher, was Konflikte im schulischen Alltag begünstigt:
  • Respekt und ein kooperatives Sozialklima in Schulen soll als zentraler politischer und pädagogischer Auftrag gelten (NRW, Hessen). land.nrw
  • Es bestehen stärker als zuvor gesellschaftliche und schulische Herausforderungen, die Vermittlung und Implementierung von Respekts- und Autoritätsnormen vorzunehmen, oft verbunden mit Ablehnung und folgenden Konflikten und Gewalt (NRW: Studie und Programme; Wales-Bericht: Normalisierung von Disruption). land.nrw
  • Staatliche Programme und Leitlinien wollen aktiv gegen dysfunktionale Verhaltensnormen arbeiten und Respekt sowie demokratisches Miteinander fördern (NRW „MindOut“, Hessen „Gewaltprävention und Demokratie lernen“, UK Bericht zu Verhaltensmanagement). land.nrw      

Insgesamt zeigt die zeitliche Entwicklung, dass Gewalt an Schulen kein Störfall, sondern ein strukturelles, mehrjähriges Phänomen geworden ist – das durch gesellschaftliche Belastungsfaktoren, institutionelle Herausforderungen im Bildungssystem und veränderte soziale Normen beeinflusst wird.

Warum sind Radikalisierung, Extremisierung und Polarisierung als politisch-gesellschaftliche Handlungen und Daseinsbewusstsein 
potenzielle Schulstörer?


Allgemeiner Befund: Radikalisierung trifft Schule

Studien und pädagogische Praxis zeigen, dass politische Radikalisierung in unterschiedlichen ideologischen Ausprägungen in schulische Lebenswelten eindringen kann und dort Konflikte erzeugt, die pädagogische Prozesse, soziale Integration und demokratische Lernziele gefährden können. (politik-lernen.at)

Rechtsextremismus: Wirkungen in und um Schule


Rechtsextreme Einstellungen bei Schülerinnen und Schülern zeigen sich oft in rassistischen Beleidigungen, Symbolik (z. B. Hitlergruß) und Ausgrenzungsverhalten – empirisch beobachtet in mehreren Bundesländern. (DIE WELT)

Rechtsextreme Propaganda und Gruppierungen nutzen soziale Medien gezielt, um junge Menschen zu erreichen. Jugendlichen wird über algorithmische Echokammern ein vereinfachtes, extrem vereinheitlichtes Weltbild vermittelt, das demokratische Werte unterhöhlt. (DIE WELT)

Warum dies schulisch stört

Demokratievermittlung, Respekt und Vielfalt sind zentrale Schulziele – rechtsextreme Ideologie setzt Gegennormen (z. B. Ungleichheit, ethnischer Exklusion). Das erzeugt kognitive Dissonanz und Konflikte im Unterricht.

Rechtsextreme Einstellungen sind mit höherer Wahrscheinlichkeit verbunden mit Gruppenbildung, Außenseiteridentität und oppositionellem Verhalten, was soziale Kohäsion in Klassen stören kann.

Wichtiger Hinweis: Politische Selbstpositionierung „rechts“ ist nicht automatisch extremistisch – die Störung entsteht durch antidemokratische, gewaltlegitimierende Inhalte, nicht durch konservative Meinungen an sich. (bpb.de)

Linksextremismus: Wirkungen in und um Schule


Linksextreme Orientierung kann – anders als formaler Rechtsextremismus – in Schulkontexten oft als protestorientierte Haltung auftreten, etwa als starke Ablehnung staatlicher Institutionen oder kapitalistischer Strukturen. (schule.zdf.de)

Gewalttätige linksextreme Aktionen (z. B. bei G20-Protesten) haben historisch gezeigt, dass Teile der Bewegung auch Kontrolle von Ordnungskräften und bestehender Institutionen ablehnen. (schule.zdf.de)

Warum dies schulisch stört

Linksextreme Positionen können die Legitimität des staatlichen Bildungssystems selbst problematisieren, was zu gezielten Provokationen im Unterricht führt.

Kritisch-radikale Schüler können normative Bildungsziele (z. B. Akzeptanz pluraler Meinungen) als „Staatspropaganda“ ablehnen, was Lern- und Diskursklima belastet.

Wichtiger Hinweis: Auch die politische Selbstpositionierung „links“ ist nicht automatisch extremistisch – die Störung entsteht durch antidemokratische, gewaltlegitimierende Inhalte, nicht durch klassische z.B. sozialdemokratische Meinungen an sich. (bpb.de)

Religiös begründete Radikalisierung (z. B. islamistische Strömungen): Wirkungen in und um Schulen

Es gibt dokumentierte Vorfälle, in denen extremistische Glaubensansprüche (z. B. strenge Scharia-Regeln im Schulalltag) zu Konflikten mit schulischen Regeln und demokratischen Werten geführt haben. (BILD)

Wissenschaftliche Einschätzung

Religiös begründeter Extremismus kann Formen von Autoritätskonflikt, Normenkollision und Ausgrenzung erzeugen, die nicht nur Belange der Religion betreffen, sondern pädagogische Grundprinzipien infrage stellen. Pädagogische Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung thematisieren dies als ernstzunehmende Herausforderung. (bpb.de)


Populismus (breiter als Extremismus): Wirkungen in und um Schule


Populistische Haltungen – etwa „alles gegen die Eliten“ oder „wir gegen die Anderen“ – können im Schulkontext ebenfalls Konflikte erzeugen, auch wenn sie formal nicht extrem sind. Populismus wirkt über:
  • Vereinfachung komplexer Fragen
  • Feindbildformulierung
  • Reduktion demokratischer Institutionen auf „korrupt/unkompetent“
Solche Haltungen führen in Klassen oft zu Blockaden im Diskurs, Polarisierung und Konflikten zwischen Schülergruppen, was Lernprozesse erschwert. Populistische mit radikalen Inhalten gemischte Weltanschauungen sind im wahrsten Sinne des Wortes Diskussionszerstörer.


Psychologische Wirkmechanismen hinter Radikalisierung


Unabhängig von der Richtung zeigen Studien, dass ideologisch radikalisierte Jugendliche häufig erleben:
  • Soziale Isolation
  • Identitätskonflikte
  • Gefühl politischer Ohnmacht
  • Emotionale Mobilisierung über Angst/Feindbilder
Diese Faktoren stehen in Verbindung mit schlechteren sozialen Beziehungen, geringerer politischer Toleranz und erhöhter Gewaltbereitschaft, die sich auch im schulischen Kontext manifestieren können. (plus62.isha.or.id  Wissenschaftliche Ergebnisse aus Indonesien)

Schule als besonderer Ort der Störanfälligkeit

Risikofaktoren

Schule wird dann besonders störanfällig, wenn:
  • Demokratieverständnis fehlt
  • Umgang mit Konflikten nicht gelehrt wird
  • Soziale Ungleichheit und Ausgrenzung erlebt wird

Schutzfaktoren (basierend auf empirischer Forschung)

Eine Studie zur Messung von Resilienz gegen Radikalisierung an Schulen zeigt:

Ein egalitärer Schulrahmen, der Gleichberechtigung und faire Partizipation stärkt, verringert radikale Tendenzen. (PubMed)

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Was extremistische Haltungen im Schulkontext bewirken können


Politische AusrichtungTypische Störwirkung im SchulalltagBelege
RechtsextremismusRassistische Sprache, Symbolik, Ablehnung demokratischer Vielfalt(DIE WELT)
LinksextremismusAblehnung staatlicher Ordnung, Protestlogik im Klassenzimmer(schule.zdf.de)
Religiös  extremistischNormenkollision zwischen Glaubensregeln und Schulregeln(bpb.de)
Populismus allgemeinPolarisierung, Vereinfachung, Diskursblockadenimplizit durch pädagogische Beobachtungen

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