Donnerstag, 15. Januar 2026

Wege aus der Verasozialisierung und Verrohung der Schulen (Teil 1): Ideen und Anregungen für Eltern

Wutausbruch eines Schülers
AI, gemeinfrei

Die zunehmende Gewalt, Regelverletzungen und sozialen Konflikte an Schulen werden
häufig der Schule selbst zugeschrieben. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch:

Die Ursachen liegen nur zu einem geringen Teil im schulischen Raum.

Schulen sind vielmehr der Ort, an dem sich gesellschaftliche Probleme bündeln und sichtbar werden – insbesondere die Folgen prekärer Lebenslagen von Familien und deren Kindern.

1. Wo das eigentliche Problem liegt

Viele Kinder aus prekären Familien starten bereits mit erheblichen Nachteilen in ihre Schullaufbahn. Diese betreffen nicht nur sprachliche oder kognitive Fähigkeiten, sondern vor allem grundlegende soziale Kompetenzen:

  • Verlässlichkeit
  • Frustrationstoleranz
  • Konfliktfähigkeit
  • Akzeptanz von Regeln und Autoritäten

Diese Fähigkeiten werden primär im familiären Umfeld erworben. Wenn dort Überforderung, Instabilität oder fehlende Orientierung vorherrschen, Kompetenzen fehlen, kann Schule dies nicht vollständig kompensieren. Die mitgebrachten problematischen familiären Verhaltensweisen entsprechen nicht den sozialen oder pädagogischen Regeln, stören den Betrieb, können ihn lahmlegen.  In solchen Fällen wird Schule zunehmend durch Störfaktoren „verasozialisiert“: Sie soll erziehen, stabilisieren, therapieren und kontrollieren – Aufgaben, für die sie weder konzipiert noch ausreichend ausgestattet ist.

2. Gibt es überhaupt noch wirksame Mittel?

Die ernüchternde, aber auch ermutigende Antwort lautet: Ja, es gibt Mittel und Wege – allerdings nur unter klaren Bedingungen.

 Nicht wirksam sind:

  • späte Eingriffe,
  • freiwillige Angebote ohne Verbindlichkeit,
  • reine Disziplinarmaßnahmen.

Wirksam sind dagegen Ansätze, die früh, verbindlich und systemisch ansetzen und Kinder und Eltern einbeziehen.

3. Einführungsjahre als realistischer Ansatz

Ein zentrales Instrument könnten Einführungs- oder Übergangsjahre sein – nicht als Sonderbeschulung oder Sanktion, sondern als strukturierte Sozialisierungsphase.

Für Kinder:

  • klare Tagesstrukturen
  • kleine Gruppen
  • intensive Beziehungsarbeit
  • explizites Erlernen sozialer Regeln
  • Förderung emotionaler Selbstregulation

Für Eltern:

  • verpflichtende, aber unterstützende Begleitung
  • Klärung von Rollen, Erwartungen und Zuständigkeiten
  • praktische Hilfen im Alltag
  • Vermittlung grundlegender Erziehungskompetenzen

Solche Einführungsjahre würden frühzeitig ansetzen, bevor sich schulisches Scheitern, Gewalt und Ablehnung gegenüber Institutionen verfestigen.

4. Ja – es ist faktisch eine Nacherziehung der Eltern!

So unangenehm dieser Begriff ist: In vielen Fällen handelt es sich tatsächlich um eine nachholende Qualifizierung elterlicher Erziehungs- und Sozialkompetenzen. Das ist kein moralisches Urteil über Eltern, sondern eine nüchterne Feststellung:

  • Viele Eltern sind selbst mit Schule und Institutionen überfordert.
  • Viele arbeiten unter prekären Bedingungen und haben kaum Zeitressourcen.
  • Viele reproduzieren unbewusst problematische Muster.

Frühzeitige, unterstützende Elternarbeit ist daher keine Bevormundung, sondern eine Schutzmaßnahme für Kinder.

5. Wie erreicht man Eltern, die arbeiten müssen?

Ein zentraler Einwand lautet zu Recht: Was ist mit Eltern, die beide arbeiten müssen?
Hier zeigt sich, dass Integration nur gelingen kann, wenn sie zeitlich realistisch gestaltet ist:

  • flexible Zeiten (abends, am Wochenende)
  • kurze, modulare Angebote
  • digitale oder hybride Formate
  • Kopplung an Betreuungszeiten der Kinder
  • feste Ansprechpartner (Familienlotsen)

Verbindlichkeit bedeutet dabei nicht starre Präsenzpflicht, sondern klare Ziele bei flexiblen Wegen.

6. Kann das die Verasozialisierung der Schulen verringern?

Ja – zumindest teilweise, aber schon deutlich.
Nicht, weil alle Probleme verschwinden, sondern weil:

  • Eskalationen früher abgefangen werden,
  • Regelklassen entlastet werden,
  • Bindungen stabilisiert werden,
  • Gewalt- und Ausgrenzungsdynamiken seltener entstehen.

Bereits partielle Stabilisierung von Familien wirkt sich messbar auf Schulklima und Sicherheit aus.

7. Die zentrale Erkenntnis

Die Frage ist nicht, ob man sich solche Maßnahmen leisten kann.
Die eigentliche Frage lautet:

Können wir es uns leisten, weiter nichts zu tun?

Ohne frühe, verbindliche und familienbezogene Intervention wird die Schule weiter Aufgaben übernehmen müssen, die sie strukturell überfordern – mit steigenden Kosten für Gesellschaft, Justiz und soziale Sicherungssysteme.

8. Schlussfolgerung

Ja, es gibt Mittel und Wege, die Problemdynamik prekärer Familien zu beeinflussen.
Ja, Einführungsjahre für Kinder und Eltern sind ein ernstzunehmender, praktikabler Ansatz.

Aber nur, wenn sie:

  • früh beginnen,
  • verbindlich, aber unterstützend sind,
  • Eltern realistisch einbeziehen,
  • und politisch konsequent getragen werden.

Dann kann die Verasozialisierung der Schulen wieder abnehmen – nicht durch Härte, sondern durch frühe Verantwortung und verlässliche Unterstützung.


Weitere Gegenmaßnahmen


1. Früh ansetzen: Bevor Schule überfordert wird

Ziel: Gewalt nicht erst sanktionieren, sondern verhindern.

  • Verbindliche Sprach- und Sozialdiagnostik vor Schuleintritt
    Früh erkennen: Sprachdefizite, Verhaltensauffälligkeiten, Bindungsprobleme.
  • Vorschulische Förderpflicht statt Förderangebot
    Teilnahme nicht freiwillig, sondern verbindlich bei festgestellten Defiziten.
  • Enge Verzahnung von Kita, Jugendamt und Grundschule
    Übergänge sind Hochrisikophasen für Eskalation.

Wirkung: Reduziert spätere Schulüberforderung und Aggressionsdynamiken.



2. Schule entlasten: Klare Rollen statt Überforderung

Ziel: Lehrkräfte unterrichten lassen – nicht kompensieren.

  • Mehr Schulsozialarbeit, Psychologen, Deeskalationsfachkräfte
    Besonders an Brennpunktschulen im festen Team.
  • Klare Zuständigkeiten bei Gewalt
    Lehrkräfte melden → Sozialarbeit/Jugendhilfe greift ein → ggf. Polizei.
  • Konsequente Sanktionen bei Gewalt
    Pädagogisch begleitet, aber verbindlich (keine folgenlosen Grenzverletzungen).

Wirkung: Schule bleibt Lernort, nicht Reparaturbetrieb.


3. Elternarbeit neu denken – realistisch, verbindlich, niedrigschwellig

Ziel: Verhaltensmuster verändern, nicht moralisieren.

  • Verpflichtende Elternprogramme bei Auffälligkeiten
    Erziehung, Konfliktlösung, Schulpflicht, Umgang mit Gewalt.
  • Formate für arbeitende Eltern
    Abend- und Wochenendtermine, Online-Module, kurze Präsenzphasen.
  • Konsequenzen bei dauerhafter Verweigerung
    Jugendamtliche Maßnahmen statt bloßer Appelle.

Wirkung: Eltern werden Teil der Lösung, nicht nur Adressaten von Kritik.



4. Trennung von Förderung und Schutz

Ziel: Opfer schützen, Täter konsequent begrenzen.

  • Sofortiger Schutz für Betroffene
    Klassenwechsel, Begleitung, klare Signale.
  • Temporäre Auslagerung hochaggressiver Schüler
    Förder-, Übergangs- oder Intensivgruppen statt Dauerstörung.
  • Rückkehr nur mit klaren Auflagen
    Sozialtraining, Verhaltenstraining, Elternmitwirkung.

Wirkung: Schule signalisiert Handlungsfähigkeit und Gerechtigkeit.



5. Umgang mit ideologischen Einflüssen (z. B. Extremismus)

Ziel: Radikalisierung früh stoppen.

  • Früherkennung von extremistischen Symbolen und Narrativen
  • Kooperation mit Präventionsstellen gegen Extremismus
  • Klare Nulltoleranz gegenüber Gewaltlegitimation
  • Egal aus welchem politischen oder religiösen Spektrum.

Wirkung: Schule bleibt demokratischer Schutzraum.



6. Gesellschaftliche Stellschrauben (außerhalb der Schule)

Ziel: Ursachen reduzieren, nicht nur Symptome.

  • Armutsbekämpfung und Wohnstabilität
  • Verlässliche Integrations- und Sprachpolitik
  • Jugendangebote im Sozialraum
  • Sport, Mentoren, sinnvolle Freizeit statt Straße.

Wirkung: Weniger Frustration, weniger Gewaltpotenzial.


Zentrales Fazit

Ja – es gibt Mittel und Wege, die Gewaltspirale zu brechen.
Aber nur unter drei Bedingungen:

  1. Früh, verbindlich und konsequent handeln.
  2. Schule entlasten statt überfrachten.
  3. Elternarbeit verpflichtend und realistisch organisieren.

Ohne diese Punkte wird jede Maßnahme zur Symbolpolitik.
Mit ihnen kann die Verrohung an Schulen messbar zurückgehen.



Wissenschaftler, Autoren, Therapeuten, die Forderungen in Richtung „Einführungsjahre“ + „Nacherziehung der Eltern“ vertreten

1. Jesper Juul

International bekannter Familientherapeut. Beschreibt in „Pubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht“ und anderen Werken, dass viele Eltern grundlegende erzieherische Kompetenzen nicht mitbringen.
Betont die Notwendigkeit nachträglicher Erziehung der Eltern, um Kindern stabile Beziehungen zu ermöglichen. In der Fachliteratur wird Juul sogar explizit im Kontext „Nacherziehung“ zitiert.

2. Michael Macsenaere & Jens Arnold (IKJ Mainz)

Empirische Forschung zu Hilfen zur Erziehung. Fordern verpflichtende Elternarbeit, weil Kinder ohne parallele Elternkompetenzförderung nicht stabil gefördert werden können. beide betonen, dass Elternarbeit zwingend ist, um Verhaltensauffälligkeiten und Schulversagen zu verhindern.

3. Haim Omer 

Entwickelt Konzepte, die explizit auf Re‑Sozialisierung der Elternrolle abzielen. Forderung: Eltern müssen „wieder handlungsfähig gemacht“ werden – durch Training, Coaching, klare Strukturen. Wird in Schulen und Jugendhilfe breit rezipiert.

4. Remo Largo

In „Babyjahre“ und „Kinderjahre“: Eltern benötigen systematische Anleitung, weil moderne Gesellschaften traditionelle Sozialisationsmechanismen verloren haben. Plädiert für strukturelle Unterstützungssysteme, die Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit stabilisieren.

5. Franz Hamburger

Erziehungswissenschaftler, der seit den 1990ern fordert, dass Elternbildung verpflichtender Bestandteil von Sozialpolitik sein müsse. Sieht mangelnde elterliche Sozialisation als Kernproblem sozialer Ungleichheit.

6. Klaus Hurrelmann

Sozialisationstheoretiker. Betont, dass viele Eltern die primäre Sozialisation nicht mehr leisten können. Fordert institutionelle Kompensation – u.a. durch vorschulische Programme, Übergangsbegleitung und Elterntrainings.

7. Gerald Hüther

Neurobiologe. Kritisiert „erziehungsunfähige“ Eltern und fordert systematische Elternbildung, um Kindern stabile emotionale Rahmenbedingungen zu geben.

8. Alfred Adler / Rudolf Dreikurs (Individualpsychologie)

Historisch wichtig: Forderten bereits in den 1920ern Elternschulen, um elterliche Erziehungskompetenz nachträglich zu vermitteln.

9. John Bowlby / Mary Ainsworth (Bindungstheorie)

Nicht politisch fordernd, aber wissenschaftlich zentral: Ihre Forschung begründet die Notwendigkeit früher, strukturierter Sozialisierungsphasen und intensiver Elternbegleitung.

10. Heinz Sünker / Hans Thiersch (Sozialpädagogik)

Fordern eine „pädagogische Rekonstruktion der Elternrolle“. Eltern müssen in ihrer Erziehungsfunktion professionell begleitet werden.

11: Autoren, die explizit Übergangsjahre / Brückenjahre fordern:

Kirsten Raudonat über das „Brückenjahr“ zwischen Kita und Grundschule.
Thorsten Bührmann über Übergänge in der frühen Bildung und Elternarbeit.
Sylvia Jäde über den Übergang zur Elternschaft als kritische Sozialisationsphase.

Das Modell – Einführungsjahr für Kinder + verpflichtendes Elternjahr
Charakter des Modells:
Eine Synthese aus drei Diskursen:
1. Frühkindliche Übergangsforschung
Raudonat, Bührmann, Jäde
2. Elternkompetenzförderung / Nacherziehung
Juul, Macsenaere, Omer, Hurrelmann
3. Sozialisationstheorie
Hurrelmann, Sünker, Thiersch
Ergebnis der Synthese:
Eine strukturierte Sozialisierungsphase für Kinder und Eltern, bevor Probleme chronisch werden.





Literatur zum Thema

Jesper Juul

  • Dein kompetentes Kind (1997)
  • Pubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht (2007)

Michael Macsenaere & Jens Arnold

  • Wirkungsorientierte Jugendhilfe (mehrere Auflagen)
  • Qualität und Wirksamkeit in den Hilfen zur Erziehung (2015)

Haim Omer

  • Neue Autorität (2006)
  • Stärke statt Macht (2010)

Remo Largo

  • Babyjahre (1993)
  • Kinderjahre (1999)

Franz Hamburger

  • Migration und Bildung (2009)
  • Sozialpädagogik in der Einwanderungsgesellschaft (2004)

Klaus Hurrelmann

  • Einführung in die Sozialisationstheorie (zahlreiche Auflagen)
  • Lebensphase Jugend (mit U. Engel)

Gerald Hüther

  • Was wir sind und was wir sein könnten (2011)
  • Mit Freude lernen (2016)

Alfred Adler / Rudolf Dreikurs

  • Adler: Menschenkenntnis (1927)
  • Dreikurs: Kinder fordern uns heraus (1964)

John Bowlby / Mary Ainsworth

  • Bowlby: Attachment and Loss (1969–1980)
  • Ainsworth: Patterns of Attachment (1978)

Hans Thiersch / Heinz Sünker

  • Thiersch: Lebensweltorientierte Soziale Arbeit (1992)
  • Sünker: Sozialpädagogik und Gesellschaft (2000)

Kirsten Raudonat

  • Das Brückenjahr – Übergänge gestalten (2009)

Thorsten Bührmann

  • Übergänge in der frühen Bildung (2012)

Sylvia Jäde

  • Elternschaft als Übergang (2014)

Besetzung Grönlands als Comedy

https://youtube.com/shorts/x0xp2eMchxA?si=mPj5IxQR4pIGY0qc




Mittwoch, 7. Januar 2026

Aktuelle rechtspopulistische Welle: Rechtsextreme Vorfälle an Schulen – steigender Trend

Demo vor Schule (KI, gemeinfrei)




Radikale politische Haltungen fördern Protest- und Widerstandsverhalten. Schulstörungen
entstehen dort, wo politische Ideologien demokratische Grundregeln, Respekt, Vielfalt und dialogfähigen Diskurs ablehnen oder infrage stellen. Studien und pädagogische Praxis zeigen, dass vielfältige politische Bildung, demokratische Wertevermittlung und Resilienzförderung entscheidende Schutzfaktoren gegen radikale Störungen sind.
 (PubMed)

Es gibt inzwischen belastbare quantitative Daten darüber, wie häufig politisch motivierte und extremistische Vorfälle an Schulen vorkommen. Sie zeigen zwar nicht direkt, wie viele Schüler „radikalisiert“ sind, aber sie geben messbare Hinweise auf das Auftreten extremistischer Verhaltensweisen und politisch motivierter Störungen im schulischen Umfeld.

1. Rechtsextreme Vorfälle an Schulen – steigender Trend

Aktuelle Berichte aus mehreren Bundesländern zeigen einen deutlichen Anstieg rechtsextrem motivierter Vorfälle an Schulen:

In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2025 bis Mitte Oktober 70 rechtsextreme Vorfälle registriert (z. B. Hitlergruß, Hakenkreuze, antisemitische Sprüche) – mehr als in den Vorjahren (2024: 53; 2023: 38) (DIE WELT).

In Nordrhein-Westfalen waren in 2024 insgesamt 452 rechtsextreme Taten an Bildungsstätten (Schulen und Unis) dokumentiert, gegenüber 277 im Jahr 2023 (DIE WELT).

Laut stern.de-Auswertung zeigen polizeiliche und schulische Statistiken bundesweit steigende Zahlen rechtsextremer Straftaten und Vorfälle an Schulen, teils mit deutlichen Zunahmen zwischen 2015 und 2024 in mehreren Bundesländern (stern.de).

Diese Zahlen belegen nicht direkt Radikalisierung einzelner Personen, sie dokumentieren aber Vorfälle mit extremistischem Hintergrund, die im schulischen Raum auftreten und gezählt werden.


2. Warum diese Zahlen relevant sind

Politisch motivierte Straftaten und Vorfälle an Schulen werden oft erfasst, wenn sie:
    • Straftaten mit extremistischem Bezug sind (z. B. öffentliche Verherrlichung verfassungsfeindlicher Symbole)
    • als nicht-strafbare Vorfälle im schulischen Kontext gemeldet werden (z. B. Propagandamaterial, diskriminierende Aussagen, Hakenkreuz-Schmierereien innerhalb der Schule),
    • oder wenn sie im Rahmen schulinterner Meldesysteme dokumentiert werden (stern.de).
Diese Zahlen dienen als Indikator dafür, wie stark extremistische Inhalte und Verhaltensweisen im schulischen Alltag präsent sind.


 3. Rechtsextremismus als größter erfasster Bereich

Auch über Schulen hinaus zeigen die Verfassungsschutz-Daten, dass politisch motivierter Extremismus in Deutschland – gemessen an Straftaten und Personenpotenzial – stark rechtsextreme Ausprägungen aufweist:

Insgesamt wurden 2024 bundesweit rund 37.800 rechtsextremistische Straftaten registriert, was ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr war (Reddit).

Das rechtsextremistische Personenpotenzial wurde 2024 auf etwa 50.250 Personen geschätzt (Reddit).

Diese übergreifenden Extremismuszahlen stimmen in der Tendenz mit den schulischen Vorfällen überein: rechtsextreme Inhalte und Delikte dominieren die erfassten Fälle in Bildungseinrichtungen, was sich auch in der schulischen Statistik widerspiegelt.


4. Limitierungen der Daten

Wichtig zu wissen:
  • Keine einheitliche bundesweite Erfassung: Nicht alle Bundesländer dokumentieren schulische Vorfälle gleich ­systematisch (stern.de).
  • Unterschiedliche Erfassungskriterien: Polizeiliche Kriminalstatistik und schulinterne Meldesysteme verwenden nicht immer die gleichen Kategorien (stern.de).
  • Keine direkte Messung von „Radikalen“: Vorfälle sind ein Verhaltensindikator, aber sie zeigen nicht automatisch, wie viele Schüler ideologisch radikalisiert sind – dafür wären differenzierte Befragungen erforderlich.

5. Fazit — Was die Zahlen aussagen


Die Zahlen zeigen einen realen und messbaren Anstieg von politisch extremistischen Vorfällen an Schulen, insbesondere im Bereich des Rechtsextremismus.

Sie dienen als Indikator gesellschaftlicher Radikalisierungstendenzen unter Jugendlichen – denn sie spiegeln, wie oft Schule direkt von extremistischen Symbolen, Sprüchen oder Verhaltensweisen betroffen ist.

Sie belegen nicht, dass ein hoher Prozentsatz an Schülern radikalisiert ist, sondern dass radikale Inhalte und Verhaltensweisen im schulischen Alltag zunehmen und dokumentiert werden.


Beispiele: Mobbing und Bullying


Links auch einmal Mobbing von Lehrern gegenüber Schülern, und rechts die allzu bekannte Szene aus dem Schulalltag.  Bullying verwendet mehr Gewaltandrohung, was hier nicht so deutlich wird. (Fotos: KI, gemeinfrei)  



Mobbing und Bullying sind leider alltägliche Probleme an Schulen, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Betroffenen haben können.

Man könnte sagen, dass Mobbing und Bullying eine Art von sozialer Interaktion sind, bei der eine Person oder eine Gruppe von Personen eine andere Person systematisch und wiederholt schikaniert, belästigt oder einschüchtert. Dies kann verbal, physisch oder psychisch geschehen und kann sowohl online als auch offline stattfinden.

Einige mögliche Gründe für Mobbing und Bullying an Schulen könnten sein:
    • Soziale Hierarchien und Machtstrukturen
    • Mangelnde Empathie und soziale Kompetenz
    • Druck von Peers und Gruppenzwang
    • Unsicherheit und Angst
    • Fehlende Aufsicht und Unterstützung durch Lehrer und Eltern
Es ist wichtig, dass Schulen und Eltern gemeinsam daran arbeiten, ein positives und unterstützendes Schulklima zu schaffen, in dem jeder Schüler sich sicher und respektiert fühlt.

Schulen können manchmal Orte sein, an denen Mobbing und Bullying unentdeckt bleiben, insbesondere in Bereichen, die nicht direkt von Lehrern oder Aufsichtspersonen überwacht werden, wie z.B. in den Gängen, auf dem Schulhof oder in den Pausen.
Es ist wichtig, dass Schulen Maßnahmen ergreifen, um diese "blinden Flecken" zu minimieren und sicherzustellen, dass alle Schüler sich sicher und geschützt fühlen. Dazu gehören:
    • Regelmäßige Aufsicht und Patrouillen in den Gängen und auf dem Schulhof
    • Schaffung von sicheren Räumen, in denen Schüler sich zurückziehen können, wenn sie Hilfe benötigen
    • Förderung von Empathie und sozialer Kompetenz durch Unterricht und Projekte
    • Einbeziehung von Schülern, Lehrern und Eltern in die Prävention und Bekämpfung von Mobbing und Bullying
Es ist auch wichtig, dass Schüler wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Hilfe benötigen oder sie Zeuge von Mobbing oder Bullying werden.


Die bundesweiten Erhebungen für 2025 zu rechtsextremen Vorfällen an Schulen zeigen, dass es kein vollständig einheitliches bundesweites Lagebild gibt – viele Länder *erfassen diese Vorfälle nicht einheitlich oder gar nicht statistisch*. Das macht genaue Vergleiche schwierig.  WEB.DE [1]


Bundesländer mit den meisten rechtsextremen Vorfällen an Schulen (Stand 2025, bis Herbst)

Nach verfügbaren Daten aus Landespolizeien und Schulämtern deutet sich folgendes an:  stern.de [2]

Berlin

Bis Anfang Oktober 2025 wurden ca. 95 rechtsextreme Straftaten an Schulen gemeldet (z. B. Hitlergrüße, Propaganda, Beleidigungen. stern.de[3]

Baden-Württemberg (s.o.)

Brandenburg

Polizei registrierte rund 216 rechtsextreme Straftaten an Schulen bis Oktober 2025. stern.de[3]

Schulämter meldeten 2024 sogar bis zu etwa 605 Vorfälle – weit über rein polizeilich erfasste Taten.  stern.de[2]

Nordrhein-Westfalen (s.o)

Rheinland-Pfalz & Hessen

Rheinland-Pfalz hatte bis August 2025 mindestens 39 Vorfälle gemeldet (knapp unter dem Vorjahr). stern.de[3]

Hessen zeigte auch zweistellige bis dreistellige Fallzahlen, allerdings ist die Trendlage je nach Erhebung unterschiedlich.  stern.de[3]

Konkrete Stadt-Fallbeispiele 2025

Duisburg (Nordrhein-Westfalen)
Mehrere Schulen wurden im April 2025 nach *rechtsextremen Drohungen/Threat-Mails* vorsorglich geschlossen; etwa 17 – 20 Schulen betroffen.  dailyfinland [4]

Quellen:

[1]: https://web.de/magazine/politik/inland/rechtsextremismus-schulen-deutschland-blindflug-41589086?utm_source=chatgpt.com "Rechtsextremismus an Schulen: Deutschland im Blindflug | WEB.DE"

[2]: https://www.stern.de/politik/deutschland/rechtsextremismus--wie-viele-vorfaelle-gibt-es-an-deutschen-schulen--36150006.html?utm_source=chatgpt.com "Rechtsextremismus: Wie viele Vorfälle gibt es an deutschen Schulen? | STERN.de"

[3]: https://www.stern.de/politik/deutschland/rechtsextreme-vorfaelle-schon-jetzt-teilweise-hoeher-als-2024-36138480.html?utm_source=chatgpt.com "Rechtsextreme Vorfälle schon jetzt teilweise höher als 2024 | STERN.de"

[4]: https://www.dailyfinland.fi/europe/42623/17-schools-stay-closed-in-Germany-over-far-right-threats?utm_source=chatgpt.com "17 schools stay closed in Germany over far-right threats"



Sonntag, 4. Januar 2026

D - URSACHEN - Schulische Misserfolge - Radikalisierung - Drogen - Straf- und Gewalttaten an deutschen Schulen

Ursachen der Gewalt an Schulen

Dauerhaft schlechte Zensuren
(KI)


Soziale Ursachen

  • Sozioökonomische Belastungen: Armut, prekäre Lebenssituationen, familiärer Stress – erhöhen Aggressionen im Alltag. 

  • Fragmentierte soziale Bindungen: Weniger stabile Bezugspersonen- und Erziehungsmodelle zu Hause; Schule muss mehr leisten als nur Wissensvermittlung, um zu kompensieren. 

  • Ungleichheiten und kulturelle Spannungen: Unterschiedliche soziale Hintergründe ohne ausreichende Integrations- und Unterstützungsstrukturen.

  • Experten deuten eine allgemeine „gesellschaftliche Verrohung“ an – weniger Empathie, mehr Konflikte werden physisch ausgetragen. DIE WELT

  • Erziehung durch prekäre und ähnliche Eltern wird in (sehr) hohem Maß durch Affinität zu rechtspopulistischen, radikalen und teils extremistischen Anschauungen beeinflusst. Sie stellen das gesamte Schul- und Gesellschaftssystem in Frage.

Individuelle Faktoren

  • Entwicklungsprobleme, Impulsivität, mangelnde Konfliktlösungsfähigkeiten.

  • Rolle sozialer Medien, in denen Gewalt glorifiziert oder aufgezeichnet wird.

Institutionelle Faktoren

  • Überforderung der Schulen (große Klassen, Heterogenität, zu wenig Fachkräfte).

  • Mangel an frühzeitiger Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Therapieangebote, Konfliktberatung.

  • Mangelnde Erreichbarkeit eines erheblichen Teils der Eltern mit demokratischen pädagogischen Zielen.


Zahlen wachsen – trotz Erfassungsgrenzen

Damit die Zahlen nicht vollends frustrieren, werden Einschränkungen in der Erfassung verwirklicht:
  • Die PKS misst nur polizeilich registrierte Straftaten, nicht alle Konflikte oder nicht angezeigte Übergriffe.
  • Seit 2019 gibt es Erfassungsänderungen: z. B. werden Schulweg und außerschulische Veranstaltungen bei „Tatörtlichkeit Schule“ nicht mehr eingerechnet – was die Vergleichbarkeit erschwert. DIE ZEIT

Andererseits wird auch mehr an den messbaren Stellen auf Erfassung geachtet:
  • Verbesserte Meldesysteme und verstärkte Sensibilisierung führen dazu, dass mehr Vorfälle erfasst werden als früher, auch wenn sie vorher stattfinden, aber nicht gemeldet wurden.
  • Schulverwaltungen, Polizei und Kultusministerien dokumentieren bewusst stärker, um Handlungsbedarfe sichtbar zu machen.

Der Anstieg ist real

  • Fachstellen, Lehrkräftebefragungen und Landesstatistiken zeigen, dass die Zunahmen auf tatsächliche  Steigerungen und Eskalationen zurückzuführen sind.
  • Zunahme von körperlichen Angriffen, Drohungen, Einschüchterung im Schulkontext.
  • Messer‑ oder Stichausrüstungen werden häufiger gesehen – nicht nur Einzelfälle. DIE ZEIT
  • Heterogene Klassen, Personalmangel, fehlende Schulsozialarbeit und unzureichende psychosoziale Unterstützung erschweren Konfliktprävention.
Regierungs- bzw. Verwaltungsträger weisen darauf hin, dass traditionelle Respekt‑ und Autoritätsnormen schwächer ausgeprägt sind als früher, was Konflikte im schulischen Alltag begünstigt:
  • Respekt und ein kooperatives Sozialklima in Schulen soll als zentraler politischer und pädagogischer Auftrag gelten (NRW, Hessen). land.nrw
  • Es bestehen stärker als zuvor gesellschaftliche und schulische Herausforderungen, die Vermittlung und Implementierung von Respekts- und Autoritätsnormen vorzunehmen, oft verbunden mit Ablehnung und folgenden Konflikten und Gewalt (NRW: Studie und Programme; Wales-Bericht: Normalisierung von Disruption). land.nrw
  • Staatliche Programme und Leitlinien wollen aktiv gegen dysfunktionale Verhaltensnormen arbeiten und Respekt sowie demokratisches Miteinander fördern (NRW „MindOut“, Hessen „Gewaltprävention und Demokratie lernen“, UK Bericht zu Verhaltensmanagement). land.nrw      

Insgesamt zeigt die zeitliche Entwicklung, dass Gewalt an Schulen kein Störfall, sondern ein strukturelles, mehrjähriges Phänomen geworden ist – das durch gesellschaftliche Belastungsfaktoren, institutionelle Herausforderungen im Bildungssystem und veränderte soziale Normen beeinflusst wird.

Warum sind Radikalisierung, Extremisierung und Polarisierung als politisch-gesellschaftliche Handlungen und Daseinsbewusstsein 
potenzielle Schulstörer?


Allgemeiner Befund: Radikalisierung trifft Schule

Studien und pädagogische Praxis zeigen, dass politische Radikalisierung in unterschiedlichen ideologischen Ausprägungen in schulische Lebenswelten eindringen kann und dort Konflikte erzeugt, die pädagogische Prozesse, soziale Integration und demokratische Lernziele gefährden können. (politik-lernen.at)

Rechtsextremismus: Wirkungen in und um Schule


Rechtsextreme Einstellungen bei Schülerinnen und Schülern zeigen sich oft in rassistischen Beleidigungen, Symbolik (z. B. Hitlergruß) und Ausgrenzungsverhalten – empirisch beobachtet in mehreren Bundesländern. (DIE WELT)

Rechtsextreme Propaganda und Gruppierungen nutzen soziale Medien gezielt, um junge Menschen zu erreichen. Jugendlichen wird über algorithmische Echokammern ein vereinfachtes, extrem vereinheitlichtes Weltbild vermittelt, das demokratische Werte unterhöhlt. (DIE WELT)

Warum dies schulisch stört

Demokratievermittlung, Respekt und Vielfalt sind zentrale Schulziele – rechtsextreme Ideologie setzt Gegennormen (z. B. Ungleichheit, ethnischer Exklusion). Das erzeugt kognitive Dissonanz und Konflikte im Unterricht.

Rechtsextreme Einstellungen sind mit höherer Wahrscheinlichkeit verbunden mit Gruppenbildung, Außenseiteridentität und oppositionellem Verhalten, was soziale Kohäsion in Klassen stören kann.

Wichtiger Hinweis: Politische Selbstpositionierung „rechts“ ist nicht automatisch extremistisch – die Störung entsteht durch antidemokratische, gewaltlegitimierende Inhalte, nicht durch konservative Meinungen an sich. (bpb.de)

Linksextremismus: Wirkungen in und um Schule


Linksextreme Orientierung kann – anders als formaler Rechtsextremismus – in Schulkontexten oft als protestorientierte Haltung auftreten, etwa als starke Ablehnung staatlicher Institutionen oder kapitalistischer Strukturen. (schule.zdf.de)

Gewalttätige linksextreme Aktionen (z. B. bei G20-Protesten) haben historisch gezeigt, dass Teile der Bewegung auch Kontrolle von Ordnungskräften und bestehender Institutionen ablehnen. (schule.zdf.de)

Warum dies schulisch stört

Linksextreme Positionen können die Legitimität des staatlichen Bildungssystems selbst problematisieren, was zu gezielten Provokationen im Unterricht führt.

Kritisch-radikale Schüler können normative Bildungsziele (z. B. Akzeptanz pluraler Meinungen) als „Staatspropaganda“ ablehnen, was Lern- und Diskursklima belastet.

Wichtiger Hinweis: Auch die politische Selbstpositionierung „links“ ist nicht automatisch extremistisch – die Störung entsteht durch antidemokratische, gewaltlegitimierende Inhalte, nicht durch klassische z.B. sozialdemokratische Meinungen an sich. (bpb.de)

Religiös begründete Radikalisierung (z. B. islamistische Strömungen): Wirkungen in und um Schulen

Es gibt dokumentierte Vorfälle, in denen extremistische Glaubensansprüche (z. B. strenge Scharia-Regeln im Schulalltag) zu Konflikten mit schulischen Regeln und demokratischen Werten geführt haben. (BILD)

Wissenschaftliche Einschätzung

Religiös begründeter Extremismus kann Formen von Autoritätskonflikt, Normenkollision und Ausgrenzung erzeugen, die nicht nur Belange der Religion betreffen, sondern pädagogische Grundprinzipien infrage stellen. Pädagogische Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung thematisieren dies als ernstzunehmende Herausforderung. (bpb.de)


Populismus (breiter als Extremismus): Wirkungen in und um Schule


Populistische Haltungen – etwa „alles gegen die Eliten“ oder „wir gegen die Anderen“ – können im Schulkontext ebenfalls Konflikte erzeugen, auch wenn sie formal nicht extrem sind. Populismus wirkt über:
  • Vereinfachung komplexer Fragen
  • Feindbildformulierung
  • Reduktion demokratischer Institutionen auf „korrupt/unkompetent“
Solche Haltungen führen in Klassen oft zu Blockaden im Diskurs, Polarisierung und Konflikten zwischen Schülergruppen, was Lernprozesse erschwert. Populistische mit radikalen Inhalten gemischte Weltanschauungen sind im wahrsten Sinne des Wortes Diskussionszerstörer.


Psychologische Wirkmechanismen hinter Radikalisierung


Unabhängig von der Richtung zeigen Studien, dass ideologisch radikalisierte Jugendliche häufig erleben:
  • Soziale Isolation
  • Identitätskonflikte
  • Gefühl politischer Ohnmacht
  • Emotionale Mobilisierung über Angst/Feindbilder
Diese Faktoren stehen in Verbindung mit schlechteren sozialen Beziehungen, geringerer politischer Toleranz und erhöhter Gewaltbereitschaft, die sich auch im schulischen Kontext manifestieren können. (plus62.isha.or.id  Wissenschaftliche Ergebnisse aus Indonesien)

Schule als besonderer Ort der Störanfälligkeit

Risikofaktoren

Schule wird dann besonders störanfällig, wenn:
  • Demokratieverständnis fehlt
  • Umgang mit Konflikten nicht gelehrt wird
  • Soziale Ungleichheit und Ausgrenzung erlebt wird

Schutzfaktoren (basierend auf empirischer Forschung)

Eine Studie zur Messung von Resilienz gegen Radikalisierung an Schulen zeigt:

Ein egalitärer Schulrahmen, der Gleichberechtigung und faire Partizipation stärkt, verringert radikale Tendenzen. (PubMed)

____________________________________________


Was extremistische Haltungen im Schulkontext bewirken können


Politische AusrichtungTypische Störwirkung im SchulalltagBelege
RechtsextremismusRassistische Sprache, Symbolik, Ablehnung demokratischer Vielfalt(DIE WELT)
LinksextremismusAblehnung staatlicher Ordnung, Protestlogik im Klassenzimmer(schule.zdf.de)
Religiös  extremistischNormenkollision zwischen Glaubensregeln und Schulregeln(bpb.de)
Populismus allgemeinPolarisierung, Vereinfachung, Diskursblockadenimplizit durch pädagogische Beobachtungen

____________________________________________

Trump kann es auch und besser (als Putin): In 24 Stunden wird das Präsidentenehepaar festgenommen und in die USA gebracht

Maduro ai / Gemeinfrei



Laut US-Angaben führten amerikanische Streitkräfte Luftangriffe auf Caracas und strategische militärische Punkte in Venezuela durch. Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau wurden gefangen genommen und außer Landes gebracht, nach US-Darstellung zur Strafverfolgung in die USA, was ja mittlerweile bestätigt ist. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez fordert sofortige Freilassung und kündigt Verteidigungsmaßnahmen an.
Die Internationalen Reaktionen sind gespalten. Einige Staaten verurteilen, andere zeigen vorsichtige Zustimmung. Die UN und der IGH (Internationale Gerichtshof) beobachten die Lage, praktische Durchsetzungsmöglichkeiten sind jedoch begrenzt. Wieder einmal klar wird die Fehlkonstruktion des UN- und Sicherheitsrat-Gremiums!

Völkerrechtlich gilt, dass Luftangriffe und Festnahme eines amtierenden Staatsoberhaupts ohne Mandat und ohne Selbstverteidigungsgrundlage illegal sind
(Artikel 2 Absatz 4 UN-Charta; Immunität von Staatsoberhäuptern).

Welche Internationale Reaktionen sind möglich?

Im Sicherheitsrat wären Dringlichkeitssitzungen möglich, aber sie sind blockierbar durch Vetomächte (---> USA!!!). Die Generalversammlung könnte Resolutionen verabschieden (normative Wirkung, keine direkte Durchsetzung). Der IGH / ICC in Den Haag hat symbolische Möglichkeiten, aber die USA sind ja kein Vertragsstaat, also ist die Zuständigkeit begrenzt.
Lateinamerikanische Staaten lehnen die US-Aktion zumeist ab, wobei es Ausnahmen gibt (nur kleine Staaten oder regierungsfreundliche Exilgruppen).
Als globale Wirkung muss man mit regionaler Destabilisierung kalkulieren, ferner mit Protesten, Flüchtlingsbewegungen und humanitäre Folgen.
Deutschland und Frankreich appellieren für ein politische Lösung, die Einhaltung des Völkerrechts.

Russland – Analyse der Reaktion

Russland sieht Venezuela als strategischen Verbündeten in Lateinamerika, was nicht gerade konfliktmindernd ist. Die Konfrontation mit den USA ist dennoch eher symbolisch, schließlich bastelt Trump an einer Kapitulation der Ukraine, auch wenn das eher nicht zum Tragen kommt. Der Protest kann/soll  als Machtzeichen an die Welt interpretiert werden. Das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation mit den USA ist zu hoch. Fände sie statt, könnte Russland überfordert sein.

Russische Medien porträtieren Maduro als legitimen Präsidenten, US-Angriff als Aggression. Die Studiostrategen trumpfen auf statt eine Militäraktion zu empfehlen: „US-Verstoß ist gegen das Völkerrecht.“ Das mobilisiert internationale Sympathie und die eigene Bevölkerung, da sie wieder einmal "gerechte" Worte aus dem oft verlogenen Moskau hört.

Die juristische Argumentation steht:

Bezug auf UN-Charta: Art. 2.4 = Aggression
Effektive Kontrolle des Präsidenten über Staatsgebiet = Legitim
Extraterritoriale Strafverfolgung = Illegal

Als Handlungsspielräume bieten sich die Diplomatie in den Gremien der UN an, mit Resolutionen, wirtschaftliche Sanktionen wie Angriffe auf Energie, Handel und weitere Gegenmaßnahmen. Militärisch bleibt die symbolische Präsenz, Beratung, ohne direkte Intervention.

Vergleich zur Ukraine

Russland hat selbst in der Ukraine militärische Aktionen ohne völkerrechtliche Legitimation gestartet, ein Anspruch auf Schutz der dort lebenden Russen (wir haben 300.000 in Deutschland!) bzw. eigene strategische Interessen wurde als Rechtfertigung genutzt. Der Unterschied zu Venezuela: USA setzen erfolgreich Gewalt gegen einen fremden Präsidenten ein, Russland war bisher mehr oder weniger Eroberer in der Ukraine, diese Bewegung steckt nun in einem langwierigen Konflikt fest.

Wir ziehen die Lehre

Aggressionen großer Mächte gegen andere Staaten sind juristisch illegal, werden aber durch faktische Macht und mediale Narrative normalisiert und entschärft. Das alltägliche Verbrechen - was durchaus auf der Straße nachvollzogen wird.

Wertung

Die US-Aktion ist klar illegal.
Russland hat juristisch Recht: Verletzung der Souveränität und persönlichen Immunität des Präsidenten. Aber da es in eigenen Sachen blind ist, zählt das nicht.

Internationale Institutionen können dokumentieren, aber praktisch wenig erzwingen. US-Aktion zeigt Macht, provoziert aber langfristige Instabilität. 
Russland muss reagieren, kann militärisch kaum eingreifen.
Globale Signale: Aggression gegen souveräne Staaten kann kurzfristig erfolgreich sein, langfristig aber das internationale System destabilisieren. Je nach Täter finden unterschiedliche Anklagen statt.

Mediale Wirkung

Dramatisierung („Maduro gefangen vor der Kamera") erzeugt öffentliche Akzeptanz.
Symbolische Parallelität zur Ukraine lehrt Drittstaaten, dass illegale Aggression faktisch erfolgreich sein kann. Nachvollzug durchaus machbar ... Das Recht bleibt sekundär.

Fazit

Historische Parallelen zur Ukraine verdeutlichen, dass Großmächte die Regeln oft nach eigenen und Machtinteressen interpretieren, ignorieren, verschieben, während die juristische Ordnung und die Medienwelt versuchen, rechtliche Normen sichtbar zu machen, die letztendlich real zu kurz kommen.

Freitag, 2. Januar 2026

C - TRENDS - Schulische Misserfolge - Radikalisierung - Drogen - Straf- und Gewalttaten an deutschen Schulen (Teil C)

Foto: KI, gemeinfrei



Hier eine zusammengefasste statistische Auswertung nach Bundesländern, in denen im Jahr 2024 die meisten Gewalttaten an Schulen registriert wurden, gefolgt von einem analytischen Überblick, der auf Formen der Taten, Täter und Betroffene eingeht — basierend auf den jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) und Landesdaten.









Tabelle: Straftaten und Gewalttaten an Schulen nach besonders betroffenen Bundesländern (2024)

Bundesland Gewalttaten an Schulen (2024) Trend 2022–2024 (%) Anmerkungen
Nordrhein-Westfalen 4.521* +52,1 % Hohe absolute Fallzahlen. Quelle
Bayern 3.030 +36,0 % Zweithöchste Zahl. Quelle
Niedersachsen 3.328 +45,0 % Deutlicher Anstieg. Quelle
Berlin 2.746 +17,2 % Hauptstadtwerte. Quelle
Hessen 2.359 +39,9 % Starker Zuwachs. Quelle
Baden-Württemberg 2.545 +13,5 % Südwesttrend. Quelle
Hamburg 1.114 +24,2 % Großstadtanstieg. Quelle
Brandenburg 1.583 +60,9 % Sehr hoher Zuwachs. Quelle

Hinweis: Daten basieren auf der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), Tatörtlichkeit Schule.



Analyse: Gewalt an Schulen – Formen, Akteure, Betroffene

Formen der Gewalttaten

Die Gewalt an Schulen umfasst mehrere Deliktformen, die sowohl im statistischen als auch im schulischen Alltag relevant sind:

  • Körperliche Gewalt: Schläge, Tritte, Stöße, Rangeleien, einfache Körperverletzungen – häufige Erscheinungsformen, die den größten Anteil der Gewalttaten ausmachen. Deutsches Schulportal

  • Gefährliche Körperverletzung: Straftaten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial (u. a. Messerangriffe) – im Schulkontext zwar seltener, aber mit hoher gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Focus

  • Psychische Gewalt & Bedrohung: Drohungen, Einschüchterung, Beleidigungen, verbale Aggression – oft nicht erstattete Vorfälle, aber schulischer Alltag laut Lehrer-Umfragen. Deutschlandfunk

  • Sachbeschädigung & Störungen: Vandalismus oder gezielte Störungen des Schulbetriebs stehen häufig am Anfang eskalierender Konflikte. Deutscher Bundestag